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Kids in die Clubs – wir haben diese Plätze
Neulich las ich in einer medizinischen Fachzeitschrift einen sehr anrührenden Artikel einer bekannten deutschen Kinderärztin, in dem diese sich Gedanken über Kinderarmut in unserem Lande macht. Ihre Bemerkung, dass in Deutschland bereits jedes 6. Kind in Armut lebt, scheint nicht übertrieben. Aus einer Studie der Hamburger Professorin für Sozialwissenschaften, Ursel Becher, geht hervor, dass 20 Prozent der Kinder unter 6 Jahren in Hamburg in Haushalten leben, die Sozialhilfe beziehen. Für die Ernährung eines kleinen Kindes stehen ALG 2- Haushalten (Hartz 4) gerade einmal 2,57 €, für große Kinder 3,42 € pro Tag zur Verfügung, obwohl nach Berechnungen von Experten mindestens das Doppelte für eine gesunde Ernährung veranschlagt werden müsste. Zynisch der Ratschlag eines Politikers, dessen Namen ich hier nicht nennen möchte (ist Insidern garantiert bekannt), dass man sich einen Pullover anziehen kann, wenn die Heizkosten zu hoch seien. Vielleicht sollte man solche Zeitgenossen einmal im tiefsten Winter in eine Wohnung ohne Heizung einweisen und ihnen und ihrer Familie eine Dachlatte zur Verfügung stellen, mit der sie sich gegenseitig die Eiszapfen von der Nase schlagen können? Wenn in den Familien finanziell nichts mehr geht, wird in den meisten Fällen erst einmal an Beiträgen für Sportvereine gespart. Den Kindern und Jugendlichen, denen aus diesem Grund die Spiel- und Sportangebote der Vereine nicht zur Verfügung stehen, bleibt oft nur der Weg auf die Straße. Kommen wir nun zu der Frage unserer eingangs erwähnten Kinderärztin: „Wo sind die Freiplätze in den Sportvereinen für Kinder, deren Eltern keine Mitgliedsbeiträge für sie bezahlen können?“ Zumindest in Hamburg ist diese Frage schon seit 2004 keine offene mehr: Hamburger Abendblatt, Hamburger Sportbund und Hamburger Sportvereine riefen die Aktion „Kids in die Clubs“ ins Leben! Auch der SC Condor hat sich dieser wichtigen Aktion angeschlossen und unterstützt inzwischen eine Förderung von über 50 Kindern und Jugendlichen in Farmsen-Berne. Bei einer Förderung wird lediglich die einmalige Eintrittsgebühr fällig, für Sportbekleidung kommt der Sportler selbst auf. Und nun kommt es: bis zum 18 Lebensjahr fallen bei dem geförderten Kind/Jugendlichen bei bestehender Bedürftigkeit keine Monatsbeiträge an!. Um auf Antrag gefördert zu werden, wird eine Kopie vom neuesten Bescheid über ALG 2 (Hartz 4) benötigt. Wenn eine Familie über ein geringes Familien- Einkommen verfügt, hilft Frau Ursula Kuntz diskret und individuell mit Rat und Tat. Sie füllt auch die entsprechenden Anträge aus und reicht diese ein. Wenden Sie sich vertrauensvoll an Frau Kuntz, Tel 040-645 22 12 oder persönlich während der Trainingszeiten der Fußballer auf dem Sportplatz Berner Heerweg im Kiosk.
Walter Steinhauer
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